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Dr. Claudia Steinhardt-Hirsch

    Institut für Kunstgeschichte
    Abteilung: Lehrstuhl für KunstgeschichteE-Mail: Adresse:

    Schlossgarten 1 – Orangerie
    91054 Erlangen

     

    Seit 2014 Drittmittelprojekt DFG Modul „Eigene Stelle“ am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München „Das Auge des Zeichners. Kunst und Wahrnehmung um 1600“
    2013-2014 Drittmittelprojekt am Zentrum für Kulturwissenschaften der KFU Graz „Das Auge des Zeichners. Kunst und Wahrnehmung um 1600“
    2009-2013 Universitätsassistentin am Kunsthistorischen Institut der Karl-Franzens-Universität, Graz
    2007-2008 Post-doc Stipendiatin am Kunsthistorischen Institut in Florenz, Max-Planck-Institut
    2005 Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München Thema: Antonio Allegri da Correggios „Notte“. Studien zur Entstehung und Wirkung eines religiösen Bildes der oberitalienischen Renaissance
    2004-2005 Wissenschaftliche Assistentin in Vertretung am Kunsthistorischen Institut der Ludwig-Maximilians Universität, München
    2001-2003 Promotionsstudiengang an der Ludwig-Maximilians-Universität, München Museums- und Ausstellungswesen (in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen)
    1995-1996 Università La Sapienza, Rom Studium der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie
    1995 Magister Artium an der Ludwig-Maximilians-Universität, München (Neuere deutsche Literatur) Thema: Der Malik – Else Lasker-Schüler und Franz Marc. Untersuchungen zur Wechselbeziehung von Dichtung und Malerei
    1989-1995 Ludwig-Maximilians-Universität, München Studium der Neueren deutschen Literatur, Theaterwissenschaft, Italienischen Philologie, Kunstgeschichte und Klass. Archäologie

    Das Projekt untersucht die epistemische Funktion der Zeichnung im frühen 17. Jahrhundert in Italien und den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Kunst anhand eines umfangreichen Bestandes von Handzeichnungen, die nicht primär dem Entwurfsprozess unterworfen waren. Vielmehr erweisen sie sich als Sehübungen vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Kunsttheorie, deren Höhepunkt mit Federico Zuccaris Disegno-Konzeption erreicht war. Der römische Künstler und Theoretiker hatte erstmals 1607 in voller Konsequenz die Zeichnung zum übergeordneten Prinzip universalen Weltverstehens erhoben. Wenige Jahrzehnte zuvor wurde ihre mediale Rolle in der empirischen Beobachtung und präzisen Wiedergabe der Wirklichkeit durch den Bologneser Naturforscher Ulisse Aldrovandi und den Bologneser Kardinal und Kunsttheoretiker Gabriele Paleotti festgeschrieben. Parallel dazu grenzt sich ab dem frühen 17. Jahrhundert mit zunehmender Mechanisierung des Weltbildes und den bahnbrechenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Optik die Bedeutung des Auges gegenüber den anderen Sinnen ab und beginnt eine eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben.

    Das Projekt fragt nach den kulturgeschichtlichen Voraussetzungen für diese Entwicklung und nimmt dabei die Gattung der Zeichnung in den Blick. Es verknüpft die drei Bereiche des Connoisseurships, der Phänomenologie der Zeichnung als materielles Konstrukt und der Zeichnung als Träger von Evidenz epistemischer Visualisierungen miteinander und macht sie für die ästhetische Auseinandersetzung im frühen 17. Jahrhundert fruchtbar. Der wichtigste Aspekt meiner Arbeit gilt dabei der Frage nach der Interaktion von Wahrnehmung, visueller Imagination und produktiver Umsetzung. Wenn Wahrnehmung als eine Bewusstseinsweise beschrieben wurde, die auf den sinnlichen Kontakt mit Bildformen angewiesen ist und sich in der Zeichnung als kognitive Konstruktion materialisiert, so öffnet sich hier ein Fragenkreis, der in das Zentrum der zeichnerischen Produktion im 17. Jahrhundert führt und gleichzeitig wesentliche Gesichtspunkte der aktuellen Kunstgeschichtsforschung an der Schnittstelle zur Bildwissenschaft betrifft. Das Projekt versteht sich als eine Kulturgeschichte der Zeichnung im 17. Jahrhundert in Italien und hat zum Ziel, an die aktuellen Forschungsfragen zur modernen Zeichnung anzuschließen. Es schließt somit eine wesentliche Lücke in der Kunstgeschichtsforschung und beantwortet die gerade in heutiger Zeit relevanten Fragen nach dem Status visueller Kreativität und bildlicher Konzeption. Die Vorgehensweise ist dabei an historischen Quellen orientiert. Ziel ist es, die grundlegende Bedeutung der Gattung Zeichnung zur Generierung von Wissen und Erkenntnis im frühen 17. Jahrhundert in Italien aufzuzeigen und die kulturhistorischen Interferenzen, die das Zeichnen mit zeitgenössischen ästhetischen, philosophischen und graphologischen Diskursen aufweist, sichtbar zu machen.

    Deutscher Verband für Kunstgeschichte
    Renaissance Society of America
    DFG Forschungsnetzwerk Helldunkel-Zeichnung
    Forschungsnetzwerk Directory of European Studies

    Monographie

    • Correggios La Notte. Ein Meisterwerk der italienischen Renaissance, 09/2008
      in der Reihe der Schriften des Kunsthistorischen Instituts in München, Bd. 5, München 2008.
    • Rezensiert in: Renaissance Quarterly 62, 2009, 2, S. 526-528, Kunstform 10, 2009, 11

    Herausgeberschaften

    • 04/2013 Kunst/kritik/Geschichte . Festschrift für Johann Konrad Eberlein, hg. v. Claudia Steinhardt-Hirsch et.al., Berlin 2013

    Aufsätze

    • 10/2018 Gli andamenti delle foglie. Valerio Mariani, Gherardo, Cibo und die Beobachtung der Natur im 16. Jh., in: Nahsicht-Fernsicht. Kunst und die Erfahrung der Natur in Italien vom 14.-16. Jahrhundert, hg. v. Kathrin Müller und Hans Aurenhammer, Frankfurt am Main 2018
    • 09/2018 Pellegrini Pensieri. Paolo Veroneses Helldunkelzeichnungen, in: Jenseits des Disegno? Die Entstehung selbständiger Zeichnungen in Deutschland und Italien im 15. und 16. Jahrhundert, v. Daniela Bohde und Alessandro Nova, Florenz 2018
    • 05/2018 Farbwelten des Wissens. Das Handkolorit in den wissenschaftlichen, Illustrationen der Frühen Neuzeit, in: Prachtvoll illuminiert. Das Handkolorit in der Druckgraphik 1493-1870, hg. v. Wolf Eiermann, München 2018, S. 26-35.
    • 01/2014  Tra iconologia e teologia cassinese. La luce divina nella, Notte del Correggio, in: Artibus et Historiae. International Journal for visual arts 69, 1, 2014, S. 163-171.
    • 12/2013 Fugit irreparabile tempus. Zeit und Zeitenwende in den Gemälden Alessandro Magnascos, in: The European Journal, XIV, No.4
    • 04/2013 Augentäuschung. Versuch über das Sehen im Barock, in: Kunst/kritik/Geschichte Festschrift für Johann Konrad Eberlein, hg. v. Claudia Steinhardt-Hirsch et.al., Berlin 2013, 381-399.
    • 06/2012 Zu allen fröhlichen, traurigen und ehrenvollen Angelegenheiten. Die Piazza Rucellai und ihre Bauten im Florentiner Stadtraum des Quattrocento, in: Ordnungen des sozialen Raumes. Die Quartieri, sestieri und seggi in den frühneuzeitlichen Städten Italiens, hrsg. von Grit Heidemann und Tanja Michalski, Berlin 2012, S. 93-111.
    • 06/2012 Raum als ästhetische Konstruktion. Zur Problematik einer kunsthistorischen Kategorie seit dem 19. Jh., in: Kategorien zwischen Denkform, Analysewerkzeug und historischem Diskurs, hrsg. von Elisabeth Fritz et.al., Heidelberg 2012, 43-53.
    • 07/2011 Les règles divines des parties. Glück und Schelmenleben in der Malerei Georges de La Tours, in: Spiel Kunst Glück. Die Wette als Leitlinie der Entscheidung. Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart in Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft, hrsg. von Johann Konrad Eberlein, Wien 2011, S. 165-180.
    • 10/2010 Fra Tradizione e Innovazione. Aspetti del Disegno Fiorentino intorno al 1640, in: Firenze Milleseicentoquaranta. Atti del Convegno di Studi. Firenze 11.-12. 2008, Kunsthistorisches Institut, hrsg. von Alessandro Nova, Massimiliano Rossi und Elena Fumagalli, Florenz 2010, S. 249-262.
    • 03/2007 Seid wachsam, denn Ihr wißt weder die Stunde noch den Tag des Gerichtes – Die Pest und andere Katastrophen in der toskanischen Malerei des Spätmittelalters, in: AngstBilderSchauLust. Historische Katastrophenerfahrungen in Kunst, Musik und Theater, hrsg. von J. Schläder und R. Wohlfahrt, Berlin 2007, S. 240-265.
    • 04/2003 Thusnelda im Triumphzug des Germanicus, in: Großer Auftritt. Piloty und die Historienmalerei, hrsg. von Reinhold Baumstark und Frank Büttner, München, 2003, S. 319-349.

    Rezensionen

    • 02/2018 Das Gesicht hat viele Gesichter. Hans Belting, Faces. Eine Geschichte des Gesichts, München 2013
      und Hannah Baader, Das Selbst im Anderen. Sprachen der Freundschaft und die Kunst des Porträts, München 2015 in: Kunstchronik 02/2018, S. 105-114.
    • 12/2012 Ilaria Hoppe, Die Räume der Regentin. Die Villa Poggio Imperiale zu Florenz, Berlin 2012, in: sehepunkte (2012).
    • 09/2012 Brigitte Volk-Knüttel, Peter Candid (um 1548-1628). Gemälde – Zeichnung – Druckgraphik, in: Goettingische Gelehrte Anzeigen, 264/3-4, S. 201-212.
    • 01/2012 Paolo Sanvito, Imitatio. L’amore dell’immagine sacra, Cittá di Castello 2009, in: Grazer Rezensionsseite.
    • 06/2010 Steffi Roettgen, Wandmalerei in Italien. Barock und Aufklärung 1600-1800, München 2007, in: sehepunkte. Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften  10 (2009), Nr. 6.
    • 04/2009 Neue Forschungen zu Parmigianino Kunstchronik, 4, 2009, 159-165.
    • 10/2004 Marco Chiarini/Serena Padovano (Hg.), La Galleria Palatina e gli appartamenti reali di Palazzo Pitti, Florenz, 2003, in: sehepunkte 4 (2004), Nr. 11.
    • 06/2003 Giovanni Lanfranco. Un pittore barocco tra Parma, Roma e Napoli, hrsg. von Erich Schleier, Mailand 2002, in: Kunstchronik, 6, 2003, S. 272-278.

    • 05/2018 Konstanz, Institut für Kunstgeschichte Kartenspiel und Zufall. George de la Tours Genrebilder im Kontext
    • 03/2017 Florenz, Kunsthistorisches Institut in Florenz Grazia. Correggio’s Altarpieces and the Cassinese Theological Concept of Grace Internationale Tagung: The Network of Cassinese Arts
    • 03/2016 Florenz, Kunsthistorisches Institut in Florenz Pellegrini Pensieri. Paolo Veronese’s Helldunkelzeichnungen Internationale Tagung: Beyond Disegno. The Emergence of Independent Drawings in Germany and Italy in the 15th and 16th Century
    • 03/2015 Berlin, RSA Annual Meeting Picturing the Evidence. Giovanni Battista Recco’s still-life paintings
    • 11/2014 London, Courtauld Institute of Art The Speaking Hand. The Act of drawing in Early Modern Italy
    • 03/2014 New York, RSA Annual Meeting Writing the Line. Graphology and Drawing in Early Modern Bologna
    • 07/2011 Graz, Karl-Franzens-Universität 13. Internationaler Kongress zur Erforschung des 18. Jahrhunderts Fugit irreparabile tempus. Zeit und Zeitenwende in den Gemälden Alessandro Magnascos
    • 03/2011 Würzburg, Julius-Maximilians-Universität XXXI. Deutscher Kunsthistorikertag Das Auge des Zeichners. Wahrnehmung und Konstruktion in Florenz um 1600
    • 02/2011 München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte Vasari und die Macht der Linie. Kunsttheorie und Zeichenkunst im ausgehenden Cinquecento
    • 06/2010 Berlin, Universität der Künste Quartieri, sestieri, seggi. Die Ordnung des sozialen Raumes in den frühneuzeitlichen Städten Italiens Zu allen fröhlichen, traurigen und ehrenvollen Gelegenheiten. Die Piazza Rucellai und ihre Bauten im Florentiner Stadtraum des Quattrocento                                                                     
    • 06/2009 Einsiedeln, 10. Internationaler Barocksommerkurs der Stiftung Werner Oechslin Barock/Licht, Farbe Bewegung von Licht und Farbe bei Frans Hals und Renée Descartes
    • 12/2008 Florenz, Kunsthistorisches Institut Firenze 1640 Aspetti del Disegno a Firenze nel 1640
    • 04/2005 Universität München, Department  für Kunstwissenschaft Historische Katastrophenerfahrungen in Kunst, Literatur und Theater Der Triumph des Todes und die Pest in der toskanischen Wandmalerei des Spätmittelalters
    • 10/2004 Universität Leipzig, 3. Internationales Leipziger Kolloquium zur italienischen Renaissance des Kunsthistorischen Instituts Correggios Zeichnung der Maria Magdalena und die Tradition der Affektdarstellung in der Emilia

    • 30.06.–01.07. 2017 Internationale Tagung Drawing. Imagination and Perception, Ort: München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte
    • 09.03.2016 Workshop Pflanzenbilder. Visualisierungen der Natur in der Frühen Neuzeit, Ort: München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte
    • 21.09. 2012 Internationaler Workshop Kunst und Wahrnehmung im 17. Jahrhundert, Ort: Graz, Karl-Franzens-Universität
    • 03.04. 2012 Forum Kunstgeschichte Italiens des Verbands Deutscher Kunsthistoriker Die Rolle der Zeichnung in der künstlerischen Praxis Italiens 1300-1800, Ort: München, Ludwig-Maximilians-Universität
    • 08.04.–10.04. 2009 Renaissance Society of America. Annual Meeting Between Accademia and Bottega. Drawing in the late Renaissance and Early Baroque, Ort: Venedig, Università di Cà Foscari
    • 4.10.–26.10 2008 Tagung des Mittelalterkreises Hof, Kommune, Kirche – Institutionelle Repräsentation im späten Mittelalter, Ort: Kunsthistorisches Institut in Florenz