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Julia Brockmann, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Doktorandin

FAU / GNM
VW-Forschungskolleg "Modellierung von Kulturgeschichte"

 

  • 2016 -2018 wissenschaftliches Volontariat im Bereich Audience Development, Ausstellungen und Vermittlung am Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck
  • 2017 Masterabschluss mit der Arbeit »Giuseppe Arcimboldo e il teatro degli imperatori« bei Prof. Dr. Elena Tamburini
  • 2014 – 2016 Auslandsstudium Kunstgeschichte, Theaterikonografie und Museologie an der Alma Mater Università di Bologna in Italien, gefördert durch DAAD
  • 2013 Bachelorabschluss mit der Arbeit: »Die Rolle der Türken im Werk Vittore Carpaccios« bei Prof. Dr. Monica Juneja
  • 2009 – 2013 Studium Europäische Kunstgeschichte, Italianistik und Museologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • 2011/2012 Auslandsaufenthalt an der Università degli Studi di Siena in Italien gefördert durch Erasmus

Stoffrausch oder Strategie?
Sammlungsgenese und Rezeption der Gewebesammlung des Germanischen Nationalmuseums 

Die Gewebesammlung des Germanischen Nationalmuseums umfasst knapp ein Drittel der Textilsammlung mit Objekten aus der Spätantike bis ins 20.Jh. Während des sogenannten „Stoffrauschs“ Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Sammlung innerhalb weniger Jahrzehnte um das Fünffache an. Stoffrausch bezeichnet dabei ein Phänomen, bei dem zahlreiche internationale Museen ihre Textilsammlungen u.a. aus Gräberfunden in Ägypten und Kirchenschätzen generierten. Ein weit verzweigtes Netzwerk aus privaten Textilsammlern, Forschern der noch jungen Disziplin und Museen bezeugt die hohe Nachfrage an Textilien, die Zerteilung der Stoffe und Handel mit Dubletten war dabei übliche Praxis.

Bereits 1896 dokumentiert Theodor Hampe diesen enormen Zuwachs im Germanischen Museum in einem Katalog. Seitdem ist keine umfassende Dokumentation und Analyse der Sammlung vorgenommen worden. Die im Katalog enthaltenen Objekte sind Ausgangspunkt der Forschungsarbeit.

Die Inventare, Kataloge und Erwerbsakten auswertend, wird eine Bestandsanalyse der Sammlung vorgenommen. Untersucht wird, wie sich der Sammlungsprozess vollzog, auf Basis von strategischen Überlegungen, die sich in das nationale Konzept des Museums einordneten, oder eher zufällig während des „Stoffrauschs“. Der Stellenwert und die kulturhistorische Ausrichtung der Sammlung im Germanischen Museum in Abgrenzung zu vergleichbaren Sammlungen, zu finden vor allem in Gewerbemuseen, soll dabei betrachtet werden.

Objektbiografien von einzelnen Geweben oder Konvoluten sollen exemplarisch herausgearbeitet werden, wobei die Musealisierung und der Prozess der Fragmentierung der Objekte von Bedeutung ist. Einzuordnen ist auch, wie zahlreiche, nicht aus dem deutschen Kulturraum stammende Gewebe in die Sammlung aufgenommen wurden und damit zu ihrer Internationalisierung beitrugen.

Erstbetreuerin: Prof. Dr. Heidrun Stein-Keks
Zweitbetreuerin: Dr. Adelheid Rasche

  • 2017 Mitarbeit an der Sonderausstellung „Anders. Anders? Heimatvertriebene zwischen Hier und Dort“ im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck: u.a. Gestaltung von interaktiven Ausstellungselementen
  • 2018 Mitarbeit an der Sonderausstellung „Schätze des Freilichtmuseums“, im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck: Konzeption und Gestaltung eines dauerhaft eingerichteten interaktiven Vermittlungsraumes, der Rechercheergebnisse zur Kleidungskultur auf dem Lande in interaktive Vermittlungselemente umsetzt

  • Kunst- und Kulturgeschichte der italienischen Renaissance
  • Theater- und Kostümikonographie und höfische Festkultur
  • Textil- und Kostümgeschichte
  • Sammlungsgeschichte und Museen im 19. Jahrhundert