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Fenster zum Hof

„Fenster zum Hof – Graphische Einblicke in das höfische Leben von Dürer und Zeitgenossen“

Erste Sonderausstellung im Burgerlebnismuseum Cadolzburg, 30.06.-10.09.2017

Diese Sonderausstellung ist das Ergebnis eines Projektes von zwölf Studierenden der FAU Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Schlösserverwaltung in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Erlangen. Über mehrere Semester hinweg besuchten wir Studierenden Seminare der beiden Dozenten der Bayerischen Schlösserverwaltung, Frau Dr. Uta Piereth und Herrn Dr. Sebastian Karnatz. In wechselnder Besetzung um einen „hartnäckigen“ Kern haben wir unter professioneller Anleitung auf Exkursionen und im Hörsaal unterschiedliche Museen, Ausstellungsformen und pädagogische Konzepte kennengelernt und analysiert. Im vergangenen Semester wurde es dann konkret. Das erworbene Wissen sollte nun in die Tat umgesetzt werden! Die Aufgabe lautete: Konzipieren Sie die erste Sonderausstellung  des neuen Burgerlebnismuseums in der Cadolzburg! Wir hatten großen Respekt vor dieser wichtigen Aufgabe – immerhin ging es hier nicht nur um ein Planspiel in Gedanken, sondern um eine tatsächliche Ausstellung mit originalen Kunstwerken und realen Besuchern. Trotzdem nahmen wir die Herausforderung gerne an und freuten uns sehr über diese einmalige Gelegenheit, den Vorlesungssaal gegen den Burghof zu tauschen. Unter dem Schutz unserer beiden Mentoren schnupperten wir in verschiedene museale Berufe hinein:

Abb.: Frau Dr. Christina Hofmann-Randall spricht bei der Vernissage

Als Kuratoren einigten wir uns auf ein Ausstellungskonzept, Narrationslinien und wählten passende Exponate aus der Graphischen Sammlung der Universitätsbibliothek Erlangen aus. An dieser Stelle möchten wir der Bibliothek, insbesondere Frau Dr. Christina Hofmann-Randall unseren Dank aussprechen! Der Titel für die Ausstellung war daraufhin schnell gefunden. Mit einem Augenzwinkern entlehnten wir den berühmten Hitchcock-Titel, der das Ziel unserer Ausstellung auf den Punkt bringt: Sie öffnet uns ein Fenster in die Vergangenheit, genauer ins Spätmittelalter. Jede Druckgraphik für sich eröffnet als Fenster wiederum den Blick auf einen bestimmten Aspekt des Lebens an einem Fürstenhof dieser Zeit.
Als wissenschaftliche Autoren erarbeiteten wir Texte für die Begleitpublikation, damit auch nach Ausstellungsende festgehalten ist, welche Bedeutung Kochen, Kampf und Kartenspiel, sowie Turnier, Tanz und Tod im höfischen Leben innehatten.
Auch die Ausstellungsgestaltung lag in unseren Händen. Wir wählten ein passendes Farbschema und Schriftarten für Wände, Objektschilder und Publikation. Dabei stand uns die professionelle Grafikdesignerin Hannah Feldmeier zur Seite – herzlichen Dank dafür! Bei der Hängung der Originale wurden wir von dem Papierrestaurator der Bayerischen Schlösserverwaltung,  Jan Braun, unterstützt. Ihm und dem gesamten Restauratorenteam gilt großer Dank für die konservatorische Betreuung.
Nicht zu vergessen ist auch die Rolle des Museumspädagogen. Die Vermittlung der zuvor geleisteten wissenschaftlichen Arbeit ist der Schlüssel, um auch den Besuchern den Blick in die Vergangenheit zu ermöglichen und die Ausstellung erfolgreich und unterhaltsam zu gestalten. Das pädagogische Begleitprogramm umfasst öffentliche Regelführungen – die immer freitags um 16 Uhr stattfinden – einen Aktionstag mit Druckwerkstatt im Rahmen des Ferienprogramms und die Medienstation im Ausstellungsraum mit einer digitalen Katalogversion, Spielen mit mehreren Motiven der Originale und drei Videos, die die Herstellungsweisen der gezeigten Techniken Kupferstich und Holzschnitt erklären. Zuletzt beweisen die Fotos unter dem Punkt „Hinter den Kulissen“, dass auf dem langen Weg bis zur fertigen Ausstellung auch der Spaß nicht zu kurz kam.
Fast ebenso wichtig wie die Vermittlung, war natürlich auch unser Job als Eventplaner, damit die Vernissage ein informativer, aber kurzweiliger Abend mit kleinen Gaumenfreuden aus der fürstlichen Küche, musikalischen Genüssen zum Thema Burg und exklusiven Vorabführungen durch die Ausstellung werden konnte.

 

Abb.: Frau Dr. Piereth (vorne links) und Herr Dr. Karnatz (rechts) mit ihren Studentinnen bei der Ausstellungseröffnung

Zu guter Letzt noch eine große Portion „Dankeschön“!
Diese geht an die Menschen, die für und mit uns dieses Projekt realisiert haben: Frau Dr. Uta Piereth und Herrn Dr. Sebastian Karnatz! Wir sind Ihnen sehr dankbar für das uns entgegengebrachte Vertrauen – es kann nicht leicht gewesen sein, so viel Verantwortung in unsere Hände zu legen, während Sie gleichzeitig ein gesamtes Museum auf die Beine zu stellen hatten. Wir danken Ihnen für die anspruchsvollen Stunden im Seminarraum und die lehrreichen, unterhaltsamen Übungen und Exkursionen. Herzlichen Dank für das Fördern und Fordern, den sicheren Rahmen und die Freiheit, zu experimentieren. Kurzum: Danke, dass Sie uns nicht nur verschiedenste Türen, sondern auch Fenster in die museale Welt geöffnet haben! Ihr Ausstellungsteam

 

(Text: Lisa Baluschek und Susanne Wagner; Lektorat: Kristina Schulz)

 

Bericht in Online-Ausgabe der „Nordbayern“ vom 4.7.2017