DIE NATION BILDEN. Nationalmuseen und Nationalgalerien als Vermittlungsorte der Nation im langen 19. Jahrhundert in Europa
Die Tagung setzt sich zum Ziel, die Entstehung der Nationalmuseen im 19. Jahrhundert neu zu betrachten. Im Zentrum steht die Frage warum sich in verschiedenen Ländern unterschiedliche Typen von Nationalmuseen gründeten und welcher Bildungsauftrag in diesen Häusern verfolgt wurde. Hierbei wird insbesondere die Funktion der Nationalmuseen in den Blick genommen. Häufig verfolgten die Nationalmuseen zwei idealtypische Ziele, die das Wort ›bilden‹ im doppelten Wortsinn umfasst: Sie sollten zum einen die Bevölkerung ausbilden (›belehren‹) und damit als Gedächtnis- und Wissensspeicher fungieren und Wissen vermitteln. Zum anderen erfolgte in den Museen die Ausbildung der Nation im Sinne des englischen ›nation building‹. In diesem Zusammenhang sollte die Bevölkerung zu einer Nation ausgebildet / geformt werden und lernen, was die (eigene) Nation historisch, kulturell, sprachlich etc. ausmachte.
Auf der Tagung werden die Funktion und Sammlungsschwerpunkte sowie die Bildungsziele und die damit verbundenen jeweiligen Vermittlungskonzepte von Nationalmuseen und Nationalgalerien vorgestellt und diskutiert. Der Fokus liegt hierbei auf der Untersuchung der Art und Weise, wie die Inszenierung und Präsentation der jeweils zu vermittelnden Inhalte in den Museen erfolgte. Dabei wird insbesondere die Frage, wie eine nationale Identität in den unterschiedlichen Häusern vermittelt werden sollte, in den Blick genommen.
Konzeption: Dr. Marina Beck (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Kooperationspartner: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Zeit: 18. und 19. März 2022
Ort: nur über Zoom (Registrierung siehe unten)
Programm zum herunterladen und ausdrucken
9:15 h | Marina Beck (FAU) Sektionsleitung: Marina Beck (FAU) 9:30 h | Christina Strunck (FAU) 10:00 h | Daniel Hess (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg) 10:30 h | Kaffeepause 11:00 h | Stefan Berger (Ruhr-Universität Bochum) 11:30 h | Diskussion Sektion 1 12:00 h | Mittagspause Sektionsleitung: Heike Zech (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg) 13:30 h | Maria Vittoria Marini Clarelli (Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali, Rom) 14:00 h | Martin Olin (Schwedisches Nationalmuseum Stockholm) 14:30 h | Christopher Breward (Schottisches Nationalmuseum Edinburgh) 15:00 h | Diskussion Sektion 2 (Teil 1) 15:30 h | Kaffeepause Sektionsleitung: Manuel Teget-Welz (FAU) 16:00 h | Kamila Kłudkiewicz (Adam Mickiewicz Universität Posen) 16:30 h | Thomas Lyngby (Nationalhistorisches Museum Frederiksborg) 17:00 h | Cristina Gutbrod (Zürich) 17:30 h | Diskussion Sektion 2 (Teil 2) Sektionsleitung: Thomas Eser (Museen der Stadt Nürnberg) 9:00 h | Ellinoor Bergvelt (Universität Amsterdam) 9:30 h | Marina Beck (FAU) 10:00 h | Raphael Beuing / Matthias Weniger (Bayerisches Nationalmuseum München) 10:30 h | Kaffeepause 11:00 h | Diskussion Sektion 3 Sektionsleitung: Christina Strunck (FAU) 11:30 h | Estelle Gottlob-Linke (Universität Hamburg) 12:00 h | Mittagspause 13:30 h | Daniela Roberts (Julius-Maximilian-Universität Würzburg) 14:00 h | Martyna Łukasiewicz (Adam Mickiewicz Universität Posen) 14:30 h | Diskussion Sektion 4 15:00 h | Kaffeepause 15:30 h | Podiumsdiskussion: Welche Funktion können / sollen Nationalmuseen im 21. Jahrhundert haben? Diskussionsleitung: Heike Zech Sie bekommen eine automatische E-Mail mit allen notwendigen Informationen zur Tagungsteilnahme. Der Link gilt für Freitag und Samstag.
Für die Teilnahme im Wonder-Raum empfiehlt es sich, währenddessen aus dem Zoom-Raum auszutreten oder Kamera und Mikro dort auszuschalten. Hinweise zur technischen Ausstattung und deren Nutzung Um Störgeräusche für alle Teilnehmer während des Meetings gering zu halten, empfiehlt es sich, das Mikrofon stumm zu schalten, wenn nicht gesprochen wird. Technischen Support leisten während der Tagung Sollte es vorab Fragen geben, wenden Sie sich bitte an Marina Beck.
Freitag, 18. März 2022
Begrüßung und Einführung in die TagungSektion 1: Von der Galerie zum Museum
Precursors and Reinterpretations of the National Museum from the Early Modern Era to Anselm Kiefer
Die Nation als Fiktion? Das Germanische Nationalmuseum und sein ambivalentes Erbe
National Museums in 19th Century Europe: Between Antagonistic and Cosmopolitan Memory?Sektion 2: Gründungsstrategien und die Einrichtung von Nationalmuseen
The Birth of the National Museums in Rome: Cultural Policy and Education 1870–1915
The two, or three, National Museums of Sweden 1840–1910
„To no one nation has been given the monopoly of genius…“ Multiple nationalism at the National Museum of Scotland
Between art and history. Polish national museums in the 19th century – museums of the nation without the state
Educating the people. The establishment of a Museum of National History at Frederiksborg
Formfindungsprozesse im Standort-Wettbewerb für das Schweizerische Landesmuseum: «welche Stadt die beste Gewähr dafür biete, daß das Museum wirklich ein nationales werde»Samstag, 19. März 2022
Sektion 3: Die ausgestellten Objekte als Medium der nationalen Inszenierung
Presentation of history in Dutch national museums 1800-1885
Objects in the hall of f(r)ame. How commissioned works set the stage in the museum
Das Bayerische Nationalmuseum zwischen „Schaukasten“ und „Lehrschule“Sektion 4: Sammlungspräsentation und Inszenierungsstrategien in Nationalgalerien und Nationalmuseen
Zur Inszenierung und Vermittlung der Geschichte Frankreichs im ›Musée Du Sommerard‹ (1833–1842)
Visualisierung historischer Größe – eine Nation und doch zwei Museen? The National Portrait Gallery in London und Edinburgh
It is all about the national. Niels Laurits Høyen and the display of Danish art in the National Gallery of Denmark
Diskussionsrunde: Christopher Breward, Daniel Hess, Thomas Lyngby, Martin Olin, Mette Skougaard
Die Nutzung von Lautsprechern sollte vermieden werden. Sie kann zu Rückkopplungen führen. Benutzen Sie aus diesem Grund ein Headset oder mindestens einen Kopfhörer; idealerweise eine Hör-Sprech-Kombination wie sie jedem handelsüblichen Smartphone beiliegt.
Verwenden sie keinen VPN-Zugang.
